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Darum sollte illegales Streaming nicht illegal sein

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber ich liebe Filme und Serien. Seien es Horror- oder Actionfilme, Animes oder irgendwelchen Trash: ich liebe das ganze einfach. Daher war ich schon immer gewillt, die ganze Unterhaltungsbranche meinen Voraussetzungen entsprechend zu unterstützen. Wenn ich ehrlich bin, finde ich es auch richtig und wichtig sich Filme und Serien zu kaufen, immerhin muss ja auch jemand die Produktion dahinter finanzieren. Aber ab und zu sich einen Stream zu genehmigen, habe ich weder damals noch heute als sonderlich tragisch erachtet. Nicht jeder hat das Geld sich alles zu kaufen und wenn wir ehrlich sind, wir würden uns ja auch nicht alles kaufen, was wir im Internet streamen. Der europäische Gerichtshof sieht jedoch schon in dem bloßen betrachten eines offenkundig illegalen Streams eine Urheberrechtsverletzung und mal wieder versucht man etwas zu unterbinden, was einfach nicht mehr zu unterbinden ist.
Proxer.me ist Deutschlands größte Anime- und Manga-Community und scheint mittlerweile auch illegal zu sein.

Die Anime- und Manga-Community www.proxer.me versucht schon seit Jahren immer mehr in Richtung Legalität zu rücken. Dass das für eine Plattform, auf der jeder User urheberrechtlich geschütztes Material einreichen kann, schier unmöglich ist, dürfte klar sein. Aber durch den Verzicht auf lizenzierte Werke kam man dem doch schon einen großen Schritt näher, da man wohl kaum einer japanischen Produktionsfirma zu Schaden kommt, wenn man eine Serie streamt, die in Deutschland legal nicht einmal erworben werden kann. Durch die Zusammenarbeit mit Crunchyroll, einem On-Demand-Angebot für Fans der ostasiatischen Popkultur, finde ich ist die Seite durchaus schon zu einer Seite geworden, die niemand mehr schadet. Zur Erinnerung: Durch das Urteil des europäischen Gerichtshofes vom 26. April wurde nur das Streamen aus offenkundig illegalen Quellen verboten. Ist Proxer offenkundig illegal? Das ist reine Definitionssache und durch die Tatsache, dass die Seite von Produkten lebt, die in Deutschland meist nur eine kleine Nische kennt und außerdem nicht einmal angeboten werden, ist hier mal wieder genug Stoff für allerlei Diskussionen gegeben.
Offenkundig illegal, aber dennoch kaum zu bändigen: die Streaming- und Downloadplattform Kinox.to.

Den größten Schaden richten Streams bei Independent-Projekten und aufstrebenden Filmemachern an. Im Gegensatz zu deren Kollegen aus Hollywood können die es sich eben nicht leisten, dass man ihre Filme kostenlos überall finden kann, wenn man denn nur lang genug sucht, da die Filme meist nur unter einer Kleinstauflage veröffentlicht werden und die Gewinnspanne ohnehin recht niedrig ist. Natürlich schadet man auch Hollywood, aber die haben derart immense Einnahmen, dass sie es zweifelsohne verkraften. Das Problem ist nur, dass das Urteil trotz seinem klar ersichtlichen Zweck schlichtweg einfach gar nichts bewirken wird: man kann Seiten wie Kinox.to oder Movie4k.to nicht aufhalten, da sie so gut abgesichert sind, dass selbst wenn ihre Server lahm gelegt werden, in einer sehr kurzen Zeit schon der Nachfolger online geht. Das war damals bei Kino.to so und das wird sich auch bei Kinox.to nicht ändern. Die Werbeeinnahmen sind einfach viel zu hoch, sodass die Betreiber das unfassbare Risiko auf ewig eingebuchtet zu werden, eingehen.

Leider kann ich auch nichts ab dem Urteil ändern und im Endeffekt muss man selbst wissen, ob man das Risiko eingeht, rigoros abgemahnt zu werden oder nicht. Oben findet ihr ein sehr aufschlussreiches Video der Kanzlei WBS über das Urteil des EuGH und noch ein paar Tipps, wie ihr euch jetzt zu verhalten habt. Mit einer Abmahnwelle sei laut Solmecke nicht zu rechnen, also muss man definitiv nicht gleich in Panik ausbrechen. Einige Quellen behaupten sogar das Urteil würde sich nur auf sogenannte Streamingboxen beziehen (hier klicken).  Das halte ich ehrlich gesagt aber für unglaubwürdig, auch wenn es natürlich das beste wäre. Alles in allem muss man jetzt mit dem Urteil leben, c´est la vie. Life´s a bitch.

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